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Lee Cutrone Managing Director, Industry Relations
4. Januar 2010
Die Verkürzung der Abwicklungszyklen ist in Europa und anderen Regionen weltweit nach wie vor Gegenstand reger Debatten. Ob eine solche Veränderung durchführbar und zweckmäßig ist, erscheint diskutabel. Völlig unstrittig ist dagegen, dass die Aufsichtsbehörden die Bedeutung robuster Post-Trade-Infrastrukturen und einheitlicher operativer Modelle für die Marktteilnehmer stets im Auge behalten müssen. Durch Best Practices wie die Bestätigung am Handelstag (Same-Day Affirmation, SDA) lassen sich die Anzahl fehlgeschlagener Transaktionen und die systemischen Risiken am Markt verringern. Dieses grundlegende Prinzip bildet unweigerlich das Fundament einer etwaigen Veränderung der Abwicklungszyklen, ob sie nun durch die Aufsichtsbehörden beschlossen wird oder sich als allgemein verbreitete Branchenpraxis durchsetzt.
Gegenwärtig unterscheiden sich die Abwicklungszeiten an einigen Märkten rund um die Welt, obwohl man allgemein der Meinung ist, dass die Verkürzung und Vereinheitlichung der Abwicklungszyklen auf globaler Ebene von Vorteil wäre. Während sich die Abwicklungszeit z.B. in Deutschland auf den entsprechenden Handelstag plus zwei Arbeitstage (T+2) beläuft, kann sie in den USA und Großbritannien – zwei der wichtigsten globalen Märkte – sowie in den anderen europäischen Ländern und Kanada bis zu drei Tage betragen. In Asien kann die Abwicklung je nach Markt zwischen einem und drei Tagen dauern. Diese Unterschiede verursachen Schwierigkeiten bei der Abwicklung, da viele Handelsaktivitäten globale Reichweite haben.
Der Wechsel von T+3 zu T+2 könnte das Kontrahentenrisiko verringern und sich positiv auf die systemischen Risiken auswirken. Die Einführung eines einheitlichen T+2-Abwicklungszyklus für die globalen Märkte würde überdies zur Kostensenkung beitragen, insbesondere für den Fall, dass ein Anleger Papiere an einem T+2-Markt kaufen und an einem T+3-Markt verkaufen will, und somit für die Differenz von einem Tag ein Finanzierungsengpass entstehen könnte. In der Vergangenheit scheiterten Bemühungen zur Verkürzung der Abwicklungszyklen an dem fehlenden Rückhalt durch die Marktteilnehmer, wie vor einigen Jahren in den USA eine Initiative zur Einführung von T+1. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die Branche aus der jüngsten Krise eine Lehre gezogen und ihre Post-Trade-Verarbeitungsprozesse ausreichend verbessert hat, um nun die Verkürzung der Abwicklungszeit und die Verringerung der Abwicklungsrisiken zu unterstützen.
Die Zeit wird es zeigen. Allerdings ist es unstrittig, dass die Harmonisierung der Märkte im Zuge des Fortschreitens der globalen regulatorischen Reform in den kommenden 18–24 Monaten zunehmend an Bedeutung gewinnen wird. Obwohl die Branche mittlerweile offener für die Diskussion ist, bildet T+2 eher ein langfristiges Ziel. Eine übermäßige Betonung der unmittelbaren Veränderungen könnte dazu führen, dass einige Branchenvertreter ihre Unterstützung zurücknehmen, um eventuell erforderliche zusätzliche Infrastrukturveränderungen zu vermeiden.
Das neue Interesse der Branche an den Abwicklungszyklen ist sicherlich wichtig. Auf kurze Sicht ist jedoch ein stärkerer Fokus auf die Same-Day Affirmation (SDA) von entscheidender Bedeutung. SDA gehört zweifellos zu den Grundvoraussetzungen, die ein Markt erfüllen sollte, um die operativen Risiken und die Abwicklungsrisiken bei Transaktionen zu verringern, ungeachtet dessen, ob ein T+3-, T+2- oder T+1- Abwicklungszyklus vorliegt.
SDA kann den Übergang zu einer Verkürzung der Abwicklungszeiten erleichtern, zu einer Verringerung der Ausführungsrisiken und -kosten beitragen sowie eine Verbesserung von Stabilität und Effizienz bewirken. Aus diesem Grund sollte sich die Branche vor der Einführung einer bestimmten Abwicklungszeit auf globaler Ebene zunächst stärker auf die Unterstützung von SDA konzentrieren. T+2 ist sicherlich ein wichtiges Ziel. Man muss jedoch berücksichtigen, dass im Gegensatz zu beispielsweise manchen asiatischen Märkten, die solch ein Umfeld bereits erfolgreich implementiert haben, die Einführung des Prinzips für andere Märkte, welche die erforderlichen Voraussetzungen noch nicht erfüllen, mit größeren Schwierigkeiten verbunden ist. SDA ist eine immense Erleichterung bei der Verkürzung des Abwicklungszyklus. Es scheint daher sinnvoll, SDA jetzt als Standardmodell einzuführen, um das Ziel T+2 künftig leichter zu erreichen, wenn der Markt schließlich eine entsprechende Veränderung beschließen sollte.
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